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Bei tierischen Notfällen (Sie haben ein hilfloses Tier gefunden, ein fremder Hund ist Ihnen zugelaufen, usw. - Fundtiere!), können Sie sich an das Tierheim Bochum wenden. Außerhalb der o.g. Öffnungszeiten wenden Sie sich bitte an die Polizei (110). Die Polizei wird dafür sorgen, dass die Tierrettung kommt. Bei privaten Notfällen (Ihr eigenes Tier ist verunfallt oder erkrankt) wenden Sie sich bitte an ihren Tierarzt oder den Tierärztlichen Notdienst.

Blog & Wissenswertes

Wie hilft man verwaisten Eichhörnchen?

von Heike Kabitschke-Schmidt
Wie hilft man verwaisten, jungen Eichhörnchen? Tierärztin Heike Kabitschke –Schmidt erzählt, welche Sofortmaßnahmen notwendig sind und wie sie selbst sich um die kleinen Findlinge bis zu deren Auswilderung kümmert.

Was können wir tun, wenn wir ein elternloses Eichhörnchenjungtier finden?

Das allerwichtigste ist erstmal, das Kleine warmzuhalten, am besten in einer weichen kleinen Decke oder einem Beutel. Auf keinen Fall darf man Milch zum Trinken anbieten. Als Notversorgung eignet sich, mit abgekochtem Wasser, zubereiteter Fencheltee mit Honig. Dann sollte man sich sofort an die Eichhörnchenhilfe wenden (die Notrufnummer findet man im Internet) oder es zum nächsten Tierarzt bringen.

Welche Überlebenschancen haben die Kleinen ohne Mutter?

Sie müssen so schnell es geht in kompetente Hände gegeben werden, die sich mit der Art und Weise der Fütterung und Unterbringung auskennen. Dann sind die Chancen sehr groß!

Wie päppeln Sie die Kleinen denn auf?

Mit Gimpet-Katzenmilch habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Die Milch wird aus einer kleinen Spritze mit speziellem Saugaufsatz verabreicht. Die ganz kleinen, ca. 3-4 Wochen alten Hörnchen, benötigen alle 3 Stunden rund um die Uhr Nahrung. Eine kleine Formel hilft bei der Berechnung der Nahrungsmenge – Gewicht: 100 x 5, das entspräche bei einem 60 g leichten Tier 3 ml Milch pro Mahlzeit.

Wo und wie werden die Kleinen untergebracht?

Am Anfang kommen sie in einen kleinen Transportkorb, in dem ich ihnen ein kuschelig warmes Nest bereite. Wenn sie dann etwas gewachsen sind, ziehen sie in eine angemessen große Vogelvoliere in einem Zimmer. Erst wenn sie allein fressen können, bringe ich sie nach draußen in ein Gartenhaus mit angrenzender Voliere.

Wie lange bleiben die jungen Hörnchen in ihrer Obhut?

Mindestens bis zur 12. Lebenswoche bleiben die Eichhörnchen unter Aufsicht. Bei gesunden, kräftigen Tieren kann dann allmählich an die Auswilderung gedacht werden. Kranke Tiere jedoch, z.B. Zahnfehlstellungen haben in der freien Natur keine Möglichkeit, sich selbst zu versorgen und bleiben ihr Leben lang im bewachten Gehege. Dafür braucht man aber die ausdrückliche Genehmigung der Artenschutzbehörde, da es sich ja um Wildtiere handelt.

Wie gestaltet sich die Auswilderung zurück in die Natur?

Frühestens nach der 12. Lebenswoche, meist wenn sie älter sind, werden die Hörnchen zusammen mit dem Kobel, dem typischen Nest für Eichhörnchen, in ein geeignetes Gebiet gebracht. Dabei ist sehr wichtig, dass die Tiere keinen Stress verspüren. Der Kobel wird ungefähr 5 m hoch in einem Baum befestigt. Er dient nun als neues Zuhause im Auswilderungsprozess. Allerdings müssen die Eichhörnchen noch eine Weile weitergefüttert werden, bis sie sich völlig selbständig allein versorgen können. Das Futter wird in der Nähe des Kobels an einem trockenen, gut erreichbaren Platz abgestellt.

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass es sehr wichtig ist, dass wir alle dafür sorgen sollten, Eichhörnchen mit Futter zu unterstützen. Entgegen früherer Meinungen empfiehlt der NABU inzwischen auch, Singvögel ganzjährig zu unterstützen. Das gleiche gilt auch für die Hörnchen, besonders in diesem Jahr, weil der heiße Sommer leider die Früchte der Walnuss- und Haselnussbäume nicht ausreichend reifen lassen hat. Das Futterangebot ist also unzureichend und die meisten Hörnchen würden ohne menschliche Hilfe leider verhungern.

Werden die Kleinen sehr anhänglich und nehmen sie grundsätzlich den Mutterersatz an?

Am Anfang sind die Kleinen sehr anhänglich und suchen Nähe. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man sie ruhig dicht am Körper tragen, weil sie dringend Nestwärme brauchen. Je älter sie werden, desto weniger lasse ich ihnen Aufmerksamkeit zukommen und beschäftige mich nicht mehr so viel mit ihnen, damit der Abnabelungsprozess leichter fällt. Sie werden daher auch ziemlich schnell wieder scheu, was gut und wichtig ist für ihr späteres Leben und Überleben in der Natur. Immer wieder stelle ich fest, dass es zu Beginn der Aufzucht schwierig ist, sie an den Muttermilchersatz zu gewöhnen. Daher ist es von Vorteil, wenn die Hörnchen in erfahrene Hände kommen. Davon hängt zum ganz großen Teil Erfolg und Misserfolg ab.
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